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Gesund im Beruf

Gesundheitsschutz in der Zahnarztpraxis

Nicht nur Patienten müssen in einer Zahnarztpraxis vor gesundheitsgefährdenden Einflüssen geschützt werden, sondern auch das Praxispersonal. Denn dieses ist in seinem beruflichen Alltag durch potenzielle Ansteckungen gefährdet, was einen effektiven Gesundheitsschutz umso wichtiger macht. Welche Vorkehrungen lassen sich treffen und wie kann man Risiken im zahnärztlichen Alltag gezielt vermeiden, um die Gesundheit des Praxisteams so gut wie möglich zu schützen?

Gesund im Beruf

Sich selbst und andere schützen – beides ist Anspruch und Aufgabe medizinischer Berufsfelder. Auch das zahnärztliche Praxispersonal kommt durch sein Tätigkeitsprofil täglich mit potenziellen Auslösern von Krankheiten und Infektionen sowie gesundheitsschädlichen Stoffen oder Strahlung in Kontakt. Vor allem durch Übertragungswege wie Blut oder Speichel können sich Zahnarzt und Praxispersonal bei Patienten infizieren oder durch unzureichende Hygienemaßnahmen in der Praxis Erreger an neue Patienten weitergeben. Dieser potenziellen Infektionsgefahr – in die eine wie in die andere Richtung – sollten sich Behandler und Praxisteam jederzeit bewusst sein. Eine sorgfältige Anamnese, um das von jedem Patienten potenziell ausgehende Infektionsrisiko einschätzen zu können, ist dabei nur ein Ansatz, der aber alleine nicht ausreicht. Besonders Verletzungen an den Händen durch benutzte Instrumente, beispielsweise Stichverletzungen an kontaminierten Kanülen, bergen ein hohes Infektionsrisiko.

Infektionskrankheiten als "Berufsrisiko"?

Zunächst lohnt ein Blick auf die häufigsten „Berufskrankheiten“ für Personen, die in der Zahnarztpraxis tätig sind. Solche definiert der Gesetzgeber als Krankheiten, die von Einwirkungen herrühren, denen bestimmte Personengruppen durch ihre Tätigkeit in erheblich höherem Maße als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. In der Zahnarztpraxis handelt es sich dabei häufig um Hauterkrankungen (bedingt durch häufige Feuchtarbeit und den Umgang mit Desinfektionsmitteln und ähnlichen Chemikalien). Seltener treten berufsbedingte Atemwegsallergien auf.

Aber auch Infektionskrankheiten stellen ein Risiko dar, dem man begegnen muss – insbesondere solche, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Das kann ein Schnupfen oder ein grippaler Infekt sein, aber auch virale Hepatitis-Erkrankungen, bei den Übertragungswegen in der Zahnarztpraxis in den B-, C- und D-Formen. Erhöhtes Risiko besteht, da bei Hepatitis B bereits sehr geringe Virenzahlen zur Infektion führen können und diese Variante resistent gegenüber vielen Desinfektionsmaßnahmen ist. Effektiver Hand- und Mundschutz ist daher besonders wichtig.

Schutz im Praxisalltag

Durch Nachlässigkeiten bei der Händehygiene können sich Keime und Infektionen verbreiten. Aber auch die Aerosolwolke bei zahnärztlichen Behandlungen mit rotierenden Instrumenten darf als Übertragungs- bzw. Infektionsquelle nicht unterschätzt werden. Sie breitet sich bis zu mehrere Meter im Behandlungsraum aus und enthält u.a. Bakterien und Viren sowie Partikel von Zahnsubstanz, Belägen oder Füllungsmaterial aus dem Mund des Patienten. Insbesondere die Schleimhäute von Nase und Mund sowie die Atemwege sind hierbei anfällig. Darum sollte jeder Praxismitarbeiter persönliche Schutzausrüstung (Schutzhandschuhe, Atemschutz, Schutzkleidung etc.) tragen. Diese Schutzkleidung ist ein selbstverständlicher Teil der Hygienemaßnahmen und darf in den Pausenräumen nicht getragen werden. Den Beschäftigten muss es zudem ermöglicht werden, die Schutzkleidung getrennt von der Arbeits- oder Privatbekleidung aufzubewahren.

Daneben wird laut Deutscher Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) die aktive Immunisierung durch Impfungen, etwa gegen Hepatitis B sowie Grippe-Viren, dringend empfohlen. Gegen zahlreiche andere Infektionskrankheiten ist jedoch keine Immunisierung möglich; umso wichtiger sind umfassende Hygienemaßnahmen.

Natürlich gehören zum Gesundheitsschutz auch alltägliche Maßnahmen der Non-Kontamination und der Haut- und Flächendesinfektion, beispielsweise die umfassende Wischdesinfektion im Behandlungszimmer. Personenbezogene Maßnahmen zum Infektionsschutz umfassen u.a., alle Beschäftigten in Hygiene und Infektionsschutz zu unterweisen. Eine hilfreiche Richtschnur bieten dabei die RKI-Richtlinien für Hygienemaßnahmen in der Zahnarztpraxis.

Risiko Stichverletzung

Auch ein ordnungsgemäßes Hygienemanagement samt Hygieneplan sollte in jeder Praxis selbstverständlich sein. Dazu zählt natürlich die gewissenhafte Aufbereitung der medizinischen Geräte. Doch gerade hierbei besteht ein häufig unterschätztes Gesundheitsrisiko: Durch Stich- oder Schnittverletzungen an benutzten Injektionskanülen, Sonden, Skalpellen etc. können diverse Krankheiten übertragen werden. Daher sollte auf Ordnung auf dem Tray und vorsichtigen Umgang mit benutzten Instrumenten geachtet werden. Auch verstärkte, durchstichsichere Handschuhe können das Risiko verringern. Die DGZMK empfiehlt zudem, benutzte Instrumente in verletzungssicheren Behältern aufzubewahren und dem Grundsatz zu folgen: „Erst desinfizieren, dann reinigen!“

Sollte dennoch einmal eine solche Verletzung auftreten, empfiehlt sich als Sofortmaßnahme die Blutung umgehend zu fördern und anschließend antiseptisch zu spülen. Als Berufsunfall sind derartige Vorfälle dokumentationspflichtig. Kenntnisse zum richtigen Verhalten bei Stichverletzungen sind für das gesamte Praxisteam wichtig – der Zahnarzt muss dazu entsprechend instruieren.

Berufsbedingt lässt es sich im (zahn-)medizinischen Bereich nicht vermeiden, von gesundheitsgefährdenden Einflüssen sowie potenziellen Infektionsquellen umgeben zu sein. Aber der konsequente Einsatz von Hygienemaßnahmen und Schutzbekleidung kann dabei helfen, das Risiko für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten.

Gesund im Beruf - Risiko Stichverletzung
  • Die Schleimhäute von Nase und Mund sowie die Augen sind Angriffspunkte für Krankheitserreger, insbesondere für Tröpfcheninfektionen. Darum sollten bei der Behandlung unbedingt ein Mund-Nasen-Schutz und ggf. auch Schutzbrille getragen werden!
  • Für effektiven Gesundheitsschutz empfiehlt sich neben sorgfältiger Handhygiene der Verzicht auf Schmuck während der Arbeit.
  • Medizinische Einmalhandschuhe schützen zwar vor Infektionen, sind aber teils wenig beständig gegen aggressive Reinigungs- oder Desinfektionsmittel. Robuster und perforationsbeständiger sind Arbeitshandschuhe. Sie sollten beim Material in jedem Fall auf eventuelle Allergien der Handschuhträger (z.B. Latex-Allergie) achten!
  • Das Wissen um richtiges Verhalten kann schützen: Sensibilisieren Sie das Praxispersonal regelmäßig für nötige Hygienemaßnahmen und das richtige Verhalten bei Verletzungen (z.B. durch Kanülen).

Leistungsstarke Materialien für den alltäglichen Gesundheitsschutz wie Handschuhe, Mundschutz oder Schutzbrillen sowie Artikel zur Hand-/ Hautreinigung finden Sie in unserem kleinDENTAL Online-Shop.

Bildmaterial:
Abb.1: © YanLev; Shutterstock.com
Abb.2: © wavebreakmedia; Shutterstock.com

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